Es gibt zahlreiche Lösungen für Online-Shops am Markt. Von Individualsoftware über Shopsoftwares bis hin zu Mietshops ist alles vertreten. Unternehmer, die neu in den Online-Handel einsteigen, fragen sich welche Lösung für ihr Vorhaben am besten ist und den idealen Kosten-Nutzen-Faktor aufweist. Doch nicht nur neue Player am Markt, auch „alte Hasen“ überdenken alle Jahre wieder ihre gewählte Software, denn die Technologie ändert sich hier rasant. Damit aus einem Interessent ein Käufer wird, muss Vieles im Onlineshop richtig gemacht werden.

Die Entscheidung über die passende Software richtet sich nach den Zielen und Anforderungen des Shops. Wie umfangreich ist das angebotene Sortiment? Gibt es viele Variationen innerhalb einer Produktrange? Wie sind die Anforderungen für technische Anbindungen? Wird weltweit versendet oder nur innerhalb Deutschlands? Welche Zahlmöglichkeiten sollen dem Kunden zur Verfügung gestellt werden? Dies sind nur einige der Fragen, die sich der Onlinehändler stellen sollte.

Ganz grob lassen sich die Shop-Projekte in Kategorien einstufen: 

 

Basic – wenig / simple Produkte, geringe Anforderungen

Händler, die in den Online-Handel zunächst mit wenig und/oder simplen Produkten einsteigen möchten oder erst einmal testen möchten, ob das Onlinegeschäft der richtige Absatzkanal für ihre Produkte ist, sind mit einer Einsteigerlösung gut beraten. Hier geht es darum, mit geringen Set-Up-Kosten die Produkte im Shop anzubieten.

Für diese Kategorie eignen sich Mietshops wie Shopify, Jimdo oder Tictail, um hier nur wenige zu nennen. Bei den Mietshops zahlt der Kunde eine Gebühr (monatlich oder jährlich) und erhält hierfür einen funktionsfähigen Online-Shop, der im Rahmen und nach den jeweiligen Vorgaben des Anbieters selbst gestaltet werden kann. Wird das Vertragsverhältnis gekündigt, kann der Shop auch nicht mehr genutzt werden.

Die Mietshops sind mittlerweile schon stark ausgereift und entsprechen modernsten technologischen Anforderungen. Zudem sind sie einfach in der Handhabung und schnell aufgesetzt. Suchmaschinenoptimierung, Social Media-Einbindung sowie Darstellung auf mobilen Geräten sind vorhanden. 

Händler, die wachsen möchten, lange am Markt bleiben und derer einziger Absatzkanal der Online-Shop ist, sollten sich die Gebühren (Fixkosten sowie teilweise Transaktionsgebühren) vor Augen führen und gegen einen möglichen Profi-Shop gegenrechnen.

Mietshops wie Shopify eignen sich für:

- Wenig/simple Produkte (häufig ist die Artikelanzahl begrenzt)
- Markteintritt zum Testen
- Individualisierung in bestimmten Rahmen ist ausreichend
- Wenig Schnittstellenanforderungen
- Begrenzte Zahlmöglichkeiten kein Hindernis
- Keine Sonderfunktionen / speziellen Lösungen erforderlich

 

Profi - viele Produkte, erhöhte Anforderungen

Händler, die viele oder auch komplizierte Produkte im Online-Shop verkaufen möchten, ihren aktuellen Shop relaunchen und viel Wert auf eine hohe Individualisierung legen, sind mit einem Shopsystem gut beraten. Die wohl größten und bekanntesten Shopsysteme in Deutschland sind Shopware und Magento.

Mit einem Shopsystem lassen sich fast alle eCommerce-Projekte umsetzen, weshalb diese Kategorie die am weitesten verbreitete im deutschen Onlinegeschäft ist - hier lassen sich die meisten Online-Händler einordnen. Mit Shopware und Magento (wobei der Trend in Deutschland nach der Magento-Übernahme von eBay zu Shopware geht) sind Händler gut beraten, da sich fast alle Wünsche und Anforderungen umsetzen lassen.

Spezielle Lösungen wie beispielsweise Rabattierungen, verschiedene Gutscheine, Kundennewsletter etc. lassen sich mit den genannten Shopsystemen umsetzen. Auch Anbidnungen an das eigene Warenwirtschaftssystem sind möglich. Den Mietshops stehen hier dementsprechend höhere Set-Up-Kosten gegenüber, da für die Umsetzung des Shops Profis gefragt sind (Deisgner, Entwickler...), jedoch gibt es keine monatlichen/jährlichen Gebühren.

Shopsysteme wie Shopware und Magento eignen sich für:

- Viele Produkte
- Komplizierte Produkte, viele Varianten innerhalb einer Produktrange
- Höhere Schnittstellenanforderungen
- Viele Zahlungsmöglichkeiten sollen geboten werden
- Hoher Individualisierungsgrad gewünscht
- Sonderlösungen (für Gutscheine, Kundennewsletter etc)

 

Enterprise - höchste und komplexe Anforderungsstufe

In dieser Kategorie finden sich meist nur Großkonzerne oder Handelsimperien wider. Diese Online-Projekte sind enorm groß und zeichnen sich vor allem durch einen umfangreichen Anforderungskatalog aus. Solche Projekte werden mit Individualsoftwares umgesetzt.

Individualsoftwares sind aufwendig und dementsprechend teuer, weshalb sie für die wenigsten Online-Projekte sinnvoll sind.

Geeignet sind Individualsoftwares für:

- Großprojekte mit sehr komplexen und umfangreichen Anforderungen
- Konzerne und Unternehmen mit ausreichend Budget

 

Diese Kategorien stellen nur eine grobe Überischt dar. Welche Lösung im Endeffekt die beste für das eigene Vorhaben ist, hängt vom Ziel, Budget, den Produkten, der Zielgruppe, dem Markt und den Anforderungen ab.    

 

 

 

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